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Gröden im Zeichen der Kunst

Enes dl’Ert: Ein neues Kunstfestival zwischen Tradition und Gegenwart

Wer durch St. Ulrich spaziert, muss nicht lange nach den Spuren der Grödner Kunst suchen. Werkstätten, Ateliers und Galerien erzählen von einer Tradition, die das Tal seit Jahrhunderten begleitet. Die Holzschnitzerei machte Gröden weit über seine Grenzen hinaus bekannt und prägt die lokale Kunstszene bis heute – allerdings längst nicht mehr nur in ihrer klassischen Form. Eine neue Generation von Künstlerinnen und Künstlern führt das alte Handwerk weiter und verbindet es mit neuen Ideen und Ausdrucksformen.
 
UNIKA: Grödner Kunst unter einem Dach
Eine wichtige Rolle in dieser lebendigen Kunstszene spielt die UNIKA. Die Künstlervereinigung bringt Kunstschaffende aus Gröden zusammen und schafft Raum für Austausch, Begegnung und gemeinsame Präsentationen. Ein fester Höhepunkt ist die jährlich stattfindende UNIKA Kunstmesse, die 2026 bereits zum 32. Mal ihre Türen öffnet.
Vom 10. bis 13. September 2026 wird St. Ulrich zum Treffpunkt für Kunstinteressierte. Auf mehr als 500 m² präsentieren 30 Künstlerinnen und Künstler rund 200 Werke – von Skulpturen und Malerei bis hin zur Fotografie.
Die Kunstmesse bietet dabei nicht nur die Möglichkeit, die Werke zu entdecken, sondern auch die Menschen dahinter kennenzulernen und einen unmittelbaren Einblick in die heutige Grödner Kunstszene zu erhalten.

Eine Premiere im September: Enes dl’Ert

In diesem Jahr bekommt die Grödner Kunstszene eine neue Bühne: 2026 findet erstmals „Enes dl’Ert – art festiVal Gardena“ statt. Der Name stammt aus dem Ladinischen, einer rätoromanischen Sprache, die bis heute von den Einwohnern des Grödnertals gesprochen wird, und bedeutet „Wochen der Kunst“. Vom 7. bis 20. September entsteht so ein vielseitiges Programm, das sich über das gesamte Tal erstreckt.
Ausstellungen, offene Ateliers, Führungen und Workshops laden dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern ihr ganz unmittelbar zu begegnen – und teilweise sogar selbst kreativ zu werden.
Bei einem Holzschnitzkurs können Interessierte beispielsweise das traditionelle Grödner Handwerk selbst ausprobieren. Ein geführter Rundgang durch St. Ulrich führt auf den Spuren seiner Entwicklung vom einstigen Bauerndorf zu einem bedeutenden Zentrum der Holzschnitzerei und Bildhauerei. Vom 14. bis 19. September wiederum arbeiten junge Bildhauer an einer sakralen Figur im traditionellen Grödner Stil. Zum Abschluss öffnen sich die Türen der Werkstatt und Besucher können den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
Das sind nur einige der Begegnungen und Erlebnisse, die während der zwei Kunstwochen auf dem Programm stehen.
→ Das vollständige Programm von Enes dl’Ert entdecken
 
Gröden einmal anders entdecken
Der September bietet eine besondere Gelegenheit, St. Ulrich und Gröden einmal abseits der bekannten Bergwelt kennenzulernen. Nicht nur Wanderwege, Berge und Dolomiten prägen das Tal, sondern auch eine lebendige Kunstszene, die tief mit seiner Geschichte und Kultur verbunden ist. Vielleicht ist es der Blick über die Schulter eines Bildhauers, ein Gespräch in einem Atelier oder ein Werk, das besonders in Erinnerung bleibt.